Nur Kinder, die tiefe Wurzeln in einer vertrauensvollen Bindung zu ihren Eltern bilden konnten, entwickeln sich eigenständig und selbstbewusst. Entscheidend für das Gelingen von Erziehung ist nicht, was wir tun, sondern wer wir für unsere Kinder sind. - Prof. Dr. Gordon Neufeld

Bindung.

Erziehungsbemühungen ohne ausreichende Bindung helfen genauso gut wie Guillotinen bei Kopfschmerzen. Sie "funktionieren", aber zu einem sehr hohen Preis. Ein bindungs-orientierter Erziehungsansatz ist der einzige Weg zu einer gesunden, nebenwirkungsfreien Reifeentwicklung. Denn Bindung ist der "Sauerstoff" aller menschlichen Beziehungen. Eine sichere Bindung ist für Heranwachsende enorm wichtig, um sich zu eigenständigen Personen entwickeln zu können. Kinder wollen die Welt und das Leben entdecken.

Sie wollen ihrer Neugierde nachgehen und Fragen beantworten, sich als eigenständige Wesen wahrnehmen und gleichzeitig Teil einer sozialen Gemeinschaft sein. Genau diese Prozesse formen die Persönlichkeit eines Menschen. Und um all diesen Dingen nachgehen zu können, brauchen Kinder Schutz, Sicherheit und Verlässlichkeit in Bindung. Nur so können sie - aus einem sicheren Heimathafen heraus - ihr ganzes Potenzial entfalten und sich gesund entwickeln. Eine sichere Bindung schafft einen Ort, an dem Kinder verletzlich sein

und trauern können über Schmerzen, Frust  und Enttäuschung. So macht Bindung stark fürs Leben, hilft, mit Belastungen umzugehen, stärkt das Urvertrauen und das Selbstwertgefühl und ist ein Schutz für die seelische Gesundheit. Bindung ist somit der Ausgangspunkt jeglicher gesunden Persönlichkeitsentwicklung und sollte daher vor allem anderen (Erziehungs-)Tun an erster Stelle stehen.

Entwicklung.

Pflanzen wachsen nicht schneller, wenn man an ihnen zieht. Wachstum geschieht von ganz allein, wenn man wissend und geduldig die nötige Zeit einräumt und sich – statt um das Wachstum – um die notwendigen Rahmenbedingungen (gute Erde, Licht, Wasser usw.) kümmert. Genauso verhält es sich auch mit unseren Kindern. Auch sie reifen nicht besser, wenn wir an ihnen "ziehen" oder ihnen sagen, in welche Richtung sie in welchem Tempo wachsen sollen - im Gegenteil. Kinder haben innere Quellen, die von selbst zu „sprudeln“

beginnen, sofern wir als Erwachsene für die richtige Voraussetzungen und Nährstoffe sorgen. Das, nicht mehr und nicht weniger, ist die eigentliche Aufgabe und wahre Kunst von Erziehung. Wenn wir die Reifeprozesse unserer Kinder nicht künstlich beschleunigen oder heraufbeschwören, sondern lediglich ein reifeförderndes Klima schaffen, ist die Entwicklung ein ganz natürlicher, intuitiver und spontaner Prozess und die "Pflanze Kind" entfaltet von ganz allein ihre volle Pracht. Die größte Herausforderung für uns Erwachsene

ist Geduld und Vertrauen in dieses natürliche Wachstumsprinzip. Wenn wir unsere Verantwortung wahrnehmen, wird sich kein wucherndes Unkraut entwickeln, sondern eine einzigartiger, starker Baum, der sich in seinem eigenen Reifetempo seine eigene Wachstumsrichtung wählt und sich tief wurzelt in einem Nährboden, der ihn sein Leben lang festen Halt bietet – nämlich unsere Liebe. Wie schön, wenn wir dies als Eltern bei unseren Kindern erleben dürfen!

Erkennen.

Erkennen heiß sehen - „Ich sehe dich, mein Kind!“. Es bedeutet, Lernender, nicht Wissender zu sein, und die kleine, heranreifende, einzigartige Persönlichkeit gemeinsam mit dem Kind selbst zu entdecken. „Ach, das magst du! Aha, das frustiert dich. Achso, so erlebst du das Leben gerade.“ Erkennen bedeutet, mit den Augen des Kindes zu schauen und ihm als erfahrenerer „Reisender des Lebens“ Orientierung, Schutz und Führung zu geben.

Jeder von uns kennt die Sehnsucht, von seinem Gegenüber wirklich erkannt zu sein. Jemanden zu haben, der einen sieht und einen versteht - oder es zumindest versucht. Zu erleben, dass einem auf Augenhöhe begegnet wird, ohne Bewertung oder Beurteilung. Dieses Erleben lässt uns echt sein, verletzlich, empathisch, selbstbewusst und authentisch. Ebenso suchen und brauchen auch unsere Kinder solch ein Gegenüber in uns Erwachsenen.

Personen, die sie, ihr Erleben und ihre Gefühle ernst und „für voll“ nehmen, sie für wertvoll und gleichwürdig erachten und ihre Integrität wahren. Gelingt es uns, solche Menschen für unsere Kinder zu sein, liefert dies den unendlich kostbaren Auftrieb für die Entwicklung zu einer reifen, freien und selbstbewussten Persönlichkeit. Und auch wir gewinnen etwas: die Herzen unserer Kinder. Ein Leben lang.

Leben.

Erziehung ist kein „Expertenthema“. Alle Eltern – und auch alle anderen Menschen – tragen intuitiv das „richtige“ Wissen und Verständnis für das Leben miteinander und füreinander in sich. Leider ist diese Intuition oftmals durch zahlreiche gesellschaftliche Verprägungen verkümmert und unter abstrakten Ideen vom Leben und einer Flut von Erziehungstheorien, Fachbüchern und Expertenmeinungen verschüttet. Unser Herzensanliegen ist es, dieses innewohnende, gesunde Gespür für uns 

und unsere heranreifenden Kinder wieder zu heben und neu zu entdecken. Erziehung ist in erster Linie keine Frage des richtigen Stils oder der Methode. Es geht im Kern nicht um pädagogische Kosmetik, rhetorische Floskeln oder sonstige Erfolgsformeln. Das Ziel ist eine andere Wahrnehmung, eine veränderte Sicht auf Kinder und das Leben miteinander. Die Wiedererlangung der Fähigkeit, der intuitiven Stimme des Herzens, die uns über viele Jahrtausende vererbtes Wissen mitteilt,

wieder hören und ihr vertrauen zu können. Andernfalls werden uns auch die ausgeklügelsten Methoden und das beste Fachwissen nicht nachhaltig helfen. Denn die innere Haltung dem Kind gegenüber entscheidet letztlich, welche unserer pädagogisch wertvollen Worte und Methoden – und seien sie noch so gut und richtig – wirklich das Herz unserer Kinder berühren. Denn wenn wir Masern predigen, aber Mumps haben, ist und bleibt Mumps das Einzige, was hängenbleibt.

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